22. Juli 2010, Tags: , ,

Gesundheit im Schüleraustausch

Für einen zukünftigen Austauschschüler gibt es Vieles vorzubereiten und zu berücksichtigen. Das Thema Gesundheit ist dabei nicht nur für Jugendliche mit chronischen Krankheiten wie Allergien, Asthma oder Behinderungen zentral. Denn insbesondere die Eltern machen sich oft viele Sorgen darüber, dass ihrem Kind im Ausland etwas passieren könnte. Es fällt ihnen schwer, die Verantwortung aus der Hand zu geben und zu wissen, dass sie im Problemfall nicht sofort zur Stelle sein können. Außerdem ist ihnen meist unklar, wie gut das Gesundheitssystem des Gastlandes ausgebaut, so dass sie Zweifel an der medizinischen Versorgung haben. Dabei sind diese Bedenken in der Regel unbegründet. Denn eine seriöse Austauschorganisation kann eine ausreichende Versorgung in allen Bereichen garantieren. Trotzdem sollte das Thema Gesundheit nicht leichtfertig angegangen, sondern gut durchdacht werden.

Viele Austauschanbieter fordern – abhängig vom Gastland – schon lange vor der Abreise einige medizinische Vorbereitungsmaßnahmen von ihren Programmteilnehmern. Neben einigen Impfungen, die auch zur Einreise ins Gastland vorgeschrieben oder von der WHO empfohlen sind, wird dabei oft ein zusätzliches Gesundheitszeugnis gefordert, dass der Jugendliche bei seinem Hausarzt anfertigen lassen kann. Auch ein Tuberkulose-Test ist für den Gastschulaufenthalt in einigen Ländern nötig. Berücksichtigt werden sollte dabei, dass bei dieser medizinischen Vorversorgung nicht selten einige Kosten entstehen können. Über die Vorschriften der Organisation hinaus sollten ebenfalls deren eventuelle Empfehlungen berücksichtigt werden, die nicht selten in Beratungsgesprächen oder Vorbereitungsseminaren gegeben werden. Unter anderem wird hier vor allen Dingen auf die Notwendigkeit einer Auslandskrankenversicherung hingewiesen, die bei einigen Organisationen auch als Zusatzoption zum Programm dazu gebucht werden kann.

Auch der Schüler selbst sollte aktiv werden. Dabei ist es ratsam, die Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen zum Thema Gesundheit des jeweiligen Gastlandes zu berücksichtigen und unabhängig davon mit seinen Ärzten Rücksprache zu halten. Ein Rundum-Gesundheitscheck kann dabei gerade für die Eltern sehr beruhigend sein, wobei neben dem Hausarzt auch Zahn- und Frauenarzt nicht vergessen werden sollten. Letztere können falls nötig im Normalfall auch eine Jahresration der Pille verschreiben, damit diese nicht im Ausland abgesetzt werden muss.

Medikamente

Medikamente (© Rainer Sturm / PIXELIO )

Zusätzlich sollte eine kleine Reiseapotheke mit ins Gepäck, ausgestattet mit einer Wund- und Heilsalbe, einer Salbe gegen Mückenstiche, gegebenenfalls Reisetabletten, einem Fieberthermometer, Schmerztabletten, den bei einer Erkältung üblicherweise angewendeten und allen anderen eventuell regelmäßig einzunehmenden Medikamenten, so dass die Schüler sich im Zweifelsfall erstmal selbst helfen können. Auch wenn der Zoll nicht immer das Gepäck genauer kontrolliert, sollte für ihn eine möglichst englischsprachige Erklärung des Arztes beiliegen, in der angegeben ist, dass der Schüler X die Medikamente Y und Z aus bestimmten Gründen braucht.

Natürlich kann ein Austauschschüler trotz guter medizinischer Vorbereitung im Ausland krank werden. Gerade in der Anfangsphase, in der der Jugendliche – und damit auch sein Körper – sich erst einmal umstellen und eingewöhnen müssen, treten oft Beschwerden wie Magenschmerzen und Erkältungen auf. Das ist ganz normal. Ebenso können größere gesundheitliche Probleme auftauchen – aber auch das ist kein Problem. Denn in der Regel kümmert sich nicht nur die Gastfamilie, sondern auch der Betreuer vor Ort um den Jugendlichen und kann im Notfall immer helfen. Und gute Krankenhäuser, Ärzte und Apotheken gibt es schließlich nicht nur in Deutschland!

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