09. September 2010, Tags: ,

Top 10: Finanzierung eines Schüleraustausches

Ein Schüleraustausch ist eine einmalige Erfahrung und mit Hinblick auf die enormen Vorteile, die er mit sich bringt, sicherlich auch eine gute Investition in die Zukunft. Diese hat jedoch auch ihren Preis: Vom Flug und der Versicherung, über das Visum, die Impfungen und die Schulgebühren bis hin zum Taschengeld und dem aufwendigen Service der Austauschorganisation kommen schnell einige tausend Euro zusammen. Dabei muss – abhängig von Programm und Gastland – mit Kosten zwischen 6.000 und 30.000 Euro gerechnet werden. Eine enorme Summe, die viele blass aussehen lässt. Wie soll man das nur bezahlen?!
Bevor man jedoch das Handtuch schmeißt, sollte man sich klar machen, dass in aller Regel nicht von den Eltern erwartet wird, die gesamten Kosten alleine zu tragen. Vielmehr bieten sich vielfältige Finanzierungs-Möglichkeiten, die sich miteinander kombinieren lassen, so dass mit dem richtigen Mix einiges zusammen kommt.

Geld, Finanzierung

Geld (© Harald Reiss / PIXELIO )

1. Finanzierungs-Möglichkeit: Die Eltern
Eine wichtige Rolle in der Finanzierung spielen – trotz aller anderen Quellen – die Eltern. So übernehmen sie meist zumindest das Taschengeld des Schülers und steuern in Form von Geburtstags- und Weihnachtsgeschenken etwas bei. Schließlich wollen sie ihr Kind unterstützen und ihm die Gelegenheit bieten, diese einmalige Chance zu nutzten. Und da sie für den Schüler schließlich auch noch Kindergeld bekommen, kann ein kleiner Beitrag von ihnen auch erwartet werden.

2. Finanzierungs-Möglichkeit: Förderkreis
Neben den Eltern steuern sicherlich auch einige Verwandte und Freunde der Familie gerne etwas bei, zum Beispiel in Form von Geldgeschenken zu Weihnachten und Geburtstag oder im Rahmen eines vom Schüler aufgebauten Förderkreises, in dem jedes Mitglied monatlich einen kleinen Beitrag überweist. Auf diese Weise kann einiges zusammenkommen. Noch größer ist der Erfolg dabei, wenn der Austauschschüler als eine Art „Dankeschön“ einen Email-Verteiler, eine Homepage oder einen Blog einrichtet, über den er seine Förderer regelmäßig über seine Zeit im Ausland informiert, von seinen Erlebnissen und Gefühlen berichtet und sie so ein Stück weit an seinem Austausch teilhaben lässt.

3. Finanzierungs-Möglichkeit: Sponsoren
Neben dem familiären Mitgliedern eines Förderkreises können auch offizielle Sponsoren eine ergiebige Finanzquelle sein. So sollten sowohl ansässige Unternehmen als auch Lokalzeitungen angesprochen werden. Im Gegenzug bekommen diese beispielsweise gute PR bzw. eine selbst verfasste Artikelserie.

4. Finanzierungs-Möglichkeit: Eigeninitiative des Schülers

Ein Austauschschüler kann aber nicht nur einen Förderkreis aufbauen, Sponsoren suchen und sich zu Weihnachten und zum Geburtstag Geld wünschen. Er kann auch langfristig versuchen, Teile seines Taschengeldes zu sparen oder durch Neben- und Ferienjobs etwas dazu zu verdienen. Auf diese Weise trägt er nicht nur selbst etwas zu seinem Traum bei, sondern zeigt seinen Eltern auch, wie ernst es ihm mit dem Wunsch einen Schüleraustausch zu machen ist.

5. Finanzierungs-Möglichkeit: Auslands-BaföG
Das Auslands-BaföG ist ein monatlicher Zuschuss zum Staat, der auf diese Weise Gastschulaufenthalte und somit den interkulturellen Austausch unterstützt. Dabei werden zwar nicht die gesamten Programmkosten gezahlt, ein Schüler kann jedoch bis zu 348 Euro im Monat bekommen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die genaue Höhe des BaföGs ist abhängig vom Einkommen der Erziehungsberechtigten und an verschiedene Bedingungen geknüpft. Zu beachten ist dabei, dass auch solche Schüler im Ausland gefördert werden können, die aufgrund eines zu hohen Einkommens der Eltern kein Inlands-BaföG erhalten. Genauere Informationen zum Auslands-BaföG sind hier zu finden.

6. Finanzierungs-Möglichkeit: Rabatte
Verschiedene Austauschorganisationen bieten unterschiedliche Arten von Rabatten an. So kann man über Geschwister-, Frühbucher- oder Preplacement-Rabatte eine Menge bei den Programmkosten einsparen.

7. Finanzierungs-Möglichkeit: Vergleichen & Sparen
Nicht nur auf Rabatt-Optionen sollte ein potenzieller Austauschschüler bei der Wahl seiner Organisation achten. Es lohnt sich auch, für das eigene Wunschland verschiedene Programme und Anbieter zu vergleichen. Dabei muss genau hingeschaut werden: Ist ein Angebot wirklich günstiger, weil der Preis niedriger ist? Oder sind dementsprechend auch weniger Leistungen enthalten, die im Nachhinein drauf gezahlt werden müssen? Neben diesen „versteckten Fallen“ sollten auch positive Aspekte berücksichtigt werden, wie beispielsweise die Ermöglichung von Ratenzahlung oder von der Organisation vergebene Stipendien.

8. Finanzierungs-Möglichkeit: Stipendien
Verschiedene Voll- und Teilstipendien werden nicht nur von einigen Organisationen, sondern auch von speziellen Stiftungen, verschiedenen Unternehmen oder vom Bund vergeben. Dabei wird entweder der Schüleraustausch im allgemeinen gesponsert oder aber spezielle Programme und Schüler erhalten Förderungen. So gibt es zum Beispiel Stipendien für Osteuropa-Aufenthalte, für Hochbegabte, für Jugendliche aus Hamburg oder für Angehörige des DaimlerChrysler-Konzerns. Zu beachten ist, dass bei der Auswahl der Stipendiaten nicht nur schulische Leistungen zählen, sondern gerade auf das soziale Engagement der Bewerber Wert gelegt wird und auch finanzielle Hintergründe berücksichtigt werden. Wer sich für ein Stipendium interessiert, findet hier genauere Informationen.

9. Finanzierungs-Möglichkeit: PPP

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (kurz: PPP) ist ein spezielles Stipendienprogramm des deutschen Bundestages und des US-amerikanischen Kongresses. Es ist ein auf Gegenseitigkeit angelegtes Jugendaustauschprogramm, das die deutsch-amerikanische Beziehung stärken soll. Dabei werden jedes Jahr bundesweit ca. 360 Vollstipendien vergeben, die außer dem Taschengeld und den geringen Anfahrtskosten zu den Auswahlgesprächen sämtliche Ausgaben des Schüleraustausches in die USA abdecken. Ebenso vielen US-amerikanischen Jugendlichen wird im Gegenzug ein einjähriger Aufenthalt in Deutschland finanziert. Weitere Informationen zum PPP sind hier zu finden.

10. Finanzierungs-Möglichkeit: Kreativität ist gefragt!
Neben all diesen Optionen können im einzelnen Fall gegebenenfalls noch individuelle Finanzierungs-Quellen aufgetan werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Sponsor-Party? Oder einigen hundert Euros vom Führerschein-Sparbuch, wenn dafür der Führerschein im Ausland wesentlich günstiger gemacht wird? Vielleicht ist es auch eine Überlegung wert, das Zimmer des Austauschschülers im deutschen Elternhaus für die Zeit im Ausland an einen Studenten unterzuvermieten? Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt!

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